Die Chronik von Dittersbach
Über 30 Jahre Forschungsarbeit, viele Recherchen und Bilder, zusammengetragen von Dittersbachern für Dittersbacher.
Der Dittersbacher Dieter Flade hat in einer mehr als 30-jährigen Forschungsarbeit viele längst vergessen geglaubte Ereignisse aufwendig zusammengetragen und lädt damit ein, die Geschichte unseres Ortes 725 Jahre zurückzuverfolgen.
Entstanden in Kleinstarbeit
Interesse an der Chronik?
Das Buch kann an zwei Stellen im Ort erworben werden:
Bürgermeister & Ortsvorsteher
| Amt | Name | von | bis |
|---|---|---|---|
| Bürgermeister | Kurt Mahnert | 1929 | 1937 |
| Bürgermeister | Franz Bartzsch | 1938 | 1945 |
| Bürgermeister | Erich Berghänel | 1945 | 1953 |
| Bürgermeister | Ernst Heymann | 1953 | 1961 |
| Bürgermeister | Herbert Bartzsch | 1961 | 1971 |
| Bürgermeister | Josef Prescher | 1971 | 1981 |
| Bürgermeister | Manfred Ziegert | 1982 | 1988 |
| Bürgermeisterin | Steffi Reissig | 1988 | 1989 |
| Bürgermeister | Hans-Jürgen Roick | 1990 | 1994 |
| Bürgermeister | Gert Kubitza | 1994 | 1994 |
| Ortsvorsteher | Gert Kubitza | 1995 | 2001 |
| Ortsvorsteher | Rudolf Richter | 2001 | 2019 |
| Ortsvorsteherin | Rosmarie Krasselt | 2019 | 2020 |
| Ortsvorsteher | Falko Eberlein | 2020 | 2024 |
| Ortsvorsteher | René Lüth | 2024 | heute |
Ab 1995 ist Dittersbach Ortsteil von Frankenberg/Sa. Seitdem wird das Amt
als Ortsvorsteher geführt.
Quelle der Aufstellung: Chronik von Dittersbach.
Das Dorf, das nicht zurückkam
Für die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts ist Dittersbach als zeitweilig wüst verzeichnet, 1328 steht in den Akten schlicht „unbebaut“. Der Ort wurde später wieder besiedelt.
Sein Nachbar Lützelbach nicht: Diese Wüstung ist bis heute in der Dittersbacher Flur nachweisbar, das Dorf selbst kam nie zurück.
Denselben Namen tragen bis heute der Lützelbach, der unseren Ort in seiner gesamten Länge durchfließt und südlich von Sachsenburg in die Zschopau mündet, und das Lützeltal.
Wie der Name entstand
Das Gemeindesiegel
Dittersbach um 1800
Für das Jahr 1801 verzeichnet die Chronik den Ort recht genau. Damals waren Dittersbach und Neudörfchen noch zwei getrennte Gemeinden.
- 1 Erbgericht
- 40 Häuser
- 236 Einwohner
- 18 Bauern
- 21 Häuser
- 123 Einwohner
- 9 Güter
- 1 Wahlrichter
Im selben Jahr wird in Dittersbach ein königliches Vorwerk erwähnt, im Pachtbesitz eines Frankenberger Neubaubesitzers. Bei der Rekrutenaushebung im Amtsbezirk Frankenberg am 15. Januar 1812 hat Dittersbach 36 Feuerstellen und zahlt 8 Taler 18 Groschen.
Einwohner seit 1801
1801, 1895 und 1913 nach der Chronik von Dittersbach, ebenso 1980 bis 2006. 1834 bis 1964 nach dem Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen (ISGV), 2024 und 2025 nach Angaben der Stadt Frankenberg/Sa. Für 1990 nennt die Chronik 635, das Ortsverzeichnis 660. Für die Nachkriegszeit nennt die Chronik 1945 rund 1.200, das Ortsverzeichnis für 1946 dagegen 1.258. Bis 1925 zählen die Werte nur Dittersbach; 1934 kam Neudörfchen mit rund 210 Einwohnern hinzu, ab 1939 sind beide Orte enthalten. Die Chronik vermerkt zu ihren Zahlen: soweit sie zu ermitteln waren.
Die Geschichte ausführlich lesen
Der Ortsteil Dittersbach/Neudörfchen wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erstmals besiedelt. Beide wurden, wie fast alle Orte der Umgebung, als Waldhufendörfer angelegt. Am 06. Juli 1282 verkaufte der Ritter Friedrich von Schönburg an das Kloster Altzella bei Nossen. Dies ist zugleich auch die erste urkundliche Erwähnung. In Dittersbach stand bis zur Auflösung des Klosters 1554 die Sankt-Annen-Kapelle, in der auch Messen gelesen wurden. Kirchlich kamen die Gemeinden nun zu Frankenberg. Auch die Toten mussten auf dem dortigen Gottesacker begraben werden. Verwaltet wurden beide Gemeinden nun von den dortigen Ämtern Sachsenburg bzw. Frankenberg. Die niedere Gerichtsbarkeit lag in Dittersbach in den Händen des Erbrichters. In Neudörfchen hingegen gab es ein walzendes Gericht, es wechselte zwischen den Bauern.
Im Jahre 1832 wurde die Dittersbacher Schule erbaut. Nach dem Abriss des Turmes und mehreren Umbauten ist heute nur noch ein Türgewände im Original erhalten. Am 29. September 1835 fand am Kreuzweg bei „Drei Rosen“, einer 1812/13 erbauten Gaststätte (früher: Erbgerichtsschenke), die letzte öffentliche Hinrichtung in unserer näheren Umgebung statt. Christiane Concordie Seltner hatte kurze Zeit nach der Hochzeit ihren Ehemann vergiftet und war daraufhin vom Leipziger Schöffengericht zum Tod durch das Schwert verurteilt worden. Der Frankenberger Scharfrichter war mit dem Vollzug des Urteils betraut worden. Die gesamte Organisation für dieses Ereignis, an dem mehr als 20.000 Schaulustige teilnahmen, oblag dem Dittersbacher Amts-Landrichter Höppner.
Als der Frankenberger Friedhof geschlossen wurde, mussten sich beide Orte eigene Friedhöfe anlegen. Es wurden auch zwei Kapellen gebaut, von denen die Neudörfchener durch ihre Bauweise hervortritt. Sie hat eine noch läutbare Glocke und verfügte früher über eine Turmuhr, die sogar die Viertelstunden schlug. Ihre Turmspitze trug ein goldenes Kreuz. Durch den Bau der Zweigeisenbahn Niederwiesa–Hainichen (später bis Roßwein verlängert) erhielt Dittersbach Anschluss an die Hauptstrecke Dresden–Chemnitz.
Da vor allem im Ortsteil Neudörfchen viel Lehmboden vorhanden ist, gab es zeitweise sogar vier Ziegeleien im Ort. Die letzte arbeitete bis 1959. Zwischen 1921 und 1933 wurden die Häuser der Siedlung an der B 169 erbaut, die bis zur Errichtung des Sachsenparkes das größte geschlossene neugebaute Wohngebiet des Ortes darstellte. Die in der zweiten Hälfte der 30er Jahre errichtete Autobahn schneidet die Gemarkung Neudörfchen im westlichen Teil.
Im Jahre 1934 wurden die beiden Orte Dittersbach und Neudörfchen vereint und tragen seitdem gemeinsam den Namen Dittersbach, welches nun durch seine Eingemeindung im Jahre 1995 ein Ortsteil von Frankenberg geworden ist.