725 Jahre Ortsgeschichte

Die Chronik von Dittersbach

Über 30 Jahre Forschungsarbeit, viele Recherchen und Bilder, zusammengetragen von Dittersbachern für Dittersbacher.

725 Jahre Ortsgeschichte

Der Dittersbacher Dieter Flade hat in einer mehr als 30-jährigen Forschungsarbeit viele längst vergessen geglaubte Ereignisse aufwendig zusammengetragen und lädt damit ein, die Geschichte unseres Ortes 725 Jahre zurückzuverfolgen.

Entstanden in Kleinstarbeit

Forschung
Dieter Flade

Der Dittersbacher hat in mehr als 30-jähriger Forschungsarbeit viele längst vergessen geglaubte Ereignisse zusammengetragen.

Ortsvorsteher 2001 bis 2019
Rudolf Richter

Gemeinsam mit Dieter Flade hat er die Chronik in mühevoller Kleinstarbeit, mit vielen Recherchen und Bildern erstellt.

Interesse an der Chronik?

Das Buch kann an zwei Stellen im Ort erworben werden:

Direkt im Ort
Beim Ortsvorsteher Kontakt aufnehmen →
Äußere Hainichener Str. 5a
ATM Reparaturzentrum Zur Website →

Bürgermeister & Ortsvorsteher

AmtNamevonbis
Bürgermeister Kurt Mahnert 1929 1937
Bürgermeister Franz Bartzsch 1938 1945
Bürgermeister Erich Berghänel 1945 1953
Bürgermeister Ernst Heymann 1953 1961
Bürgermeister Herbert Bartzsch 1961 1971
Bürgermeister Josef Prescher 1971 1981
Bürgermeister Manfred Ziegert 1982 1988
Bürgermeisterin Steffi Reissig 1988 1989
Bürgermeister Hans-Jürgen Roick 1990 1994
Bürgermeister Gert Kubitza 1994 1994
Ortsvorsteher Gert Kubitza 1995 2001
Ortsvorsteher Rudolf Richter 2001 2019
Ortsvorsteherin Rosmarie Krasselt 2019 2020
Ortsvorsteher Falko Eberlein 2020 2024
Ortsvorsteher René Lüth 2024 heute

Ab 1995 ist Dittersbach Ortsteil von Frankenberg/Sa. Seitdem wird das Amt als Ortsvorsteher geführt.
Quelle der Aufstellung: Chronik von Dittersbach.

Eine fast vergessene Geschichte

Das Dorf, das nicht zurückkam

Für die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts ist Dittersbach als zeitweilig wüst verzeichnet, 1328 steht in den Akten schlicht „unbebaut“. Der Ort wurde später wieder besiedelt.

Sein Nachbar Lützelbach nicht: Diese Wüstung ist bis heute in der Dittersbacher Flur nachweisbar, das Dorf selbst kam nie zurück.

Denselben Namen tragen bis heute der Lützelbach, der unseren Ort in seiner gesamten Länge durchfließt und südlich von Sachsenburg in die Zschopau mündet, und das Lützeltal.

Wie der Name entstand

Dytherychsbach1282
Ditherichsbach1283
Ditterßbach1497
Dittersbach1549

Das Gemeindesiegel

Dittersbacher Gemeindesiegel
Dittersbacher Gemeindesiegel

Dittersbach um 1800

Für das Jahr 1801 verzeichnet die Chronik den Ort recht genau. Damals waren Dittersbach und Neudörfchen noch zwei getrennte Gemeinden.

Dittersbach
  • 1 Erbgericht
  • 40 Häuser
  • 236 Einwohner
  • 18 Bauern
Neudörfchen
  • 21 Häuser
  • 123 Einwohner
  • 9 Güter
  • 1 Wahlrichter

Im selben Jahr wird in Dittersbach ein königliches Vorwerk erwähnt, im Pachtbesitz eines Frankenberger Neubaubesitzers. Bei der Rekrutenaushebung im Amtsbezirk Frankenberg am 15. Januar 1812 hat Dittersbach 36 Feuerstellen und zahlt 8 Taler 18 Groschen.

Einwohner seit 1801

1801 236
1834 294
1871 516
1890 623
1895 608
1910 689
1913 710
1925 679
1939 901
1946 1.258
1950 901
1964 998
1980 760
1990 660
Tiefster Wert der Reihe
1995 702
1996 819
1997 952
1998 1.177
1999 1.381
2006 1.439
Höchster überlieferter Wert
2024 1.216
2025 1.229
Der Höchststand liegt 2006 bei 1.439 Einwohnern, nicht wie oft vermutet in der Nachkriegszeit. Zwischen 1995 und 1999 wuchs der Ort um mehr als 600 Menschen. In dieser Zeit entstand das Wohngebiet Sachsenpark.

1801, 1895 und 1913 nach der Chronik von Dittersbach, ebenso 1980 bis 2006. 1834 bis 1964 nach dem Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen (ISGV), 2024 und 2025 nach Angaben der Stadt Frankenberg/Sa. Für 1990 nennt die Chronik 635, das Ortsverzeichnis 660. Für die Nachkriegszeit nennt die Chronik 1945 rund 1.200, das Ortsverzeichnis für 1946 dagegen 1.258. Bis 1925 zählen die Werte nur Dittersbach; 1934 kam Neudörfchen mit rund 210 Einwohnern hinzu, ab 1939 sind beide Orte enthalten. Die Chronik vermerkt zu ihren Zahlen: soweit sie zu ermitteln waren.
Die Geschichte ausführlich lesen

Der Ortsteil Dittersbach/Neudörfchen wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erstmals besiedelt. Beide wurden, wie fast alle Orte der Umgebung, als Waldhufendörfer angelegt. Am 06. Juli 1282 verkaufte der Ritter Friedrich von Schönburg an das Kloster Altzella bei Nossen. Dies ist zugleich auch die erste urkundliche Erwähnung. In Dittersbach stand bis zur Auflösung des Klosters 1554 die Sankt-Annen-Kapelle, in der auch Messen gelesen wurden. Kirchlich kamen die Gemeinden nun zu Frankenberg. Auch die Toten mussten auf dem dortigen Gottesacker begraben werden. Verwaltet wurden beide Gemeinden nun von den dortigen Ämtern Sachsenburg bzw. Frankenberg. Die niedere Gerichtsbarkeit lag in Dittersbach in den Händen des Erbrichters. In Neudörfchen hingegen gab es ein walzendes Gericht, es wechselte zwischen den Bauern.

Im Jahre 1832 wurde die Dittersbacher Schule erbaut. Nach dem Abriss des Turmes und mehreren Umbauten ist heute nur noch ein Türgewände im Original erhalten. Am 29. September 1835 fand am Kreuzweg bei „Drei Rosen“, einer 1812/13 erbauten Gaststätte (früher: Erbgerichtsschenke), die letzte öffentliche Hinrichtung in unserer näheren Umgebung statt. Christiane Concordie Seltner hatte kurze Zeit nach der Hochzeit ihren Ehemann vergiftet und war daraufhin vom Leipziger Schöffengericht zum Tod durch das Schwert verurteilt worden. Der Frankenberger Scharfrichter war mit dem Vollzug des Urteils betraut worden. Die gesamte Organisation für dieses Ereignis, an dem mehr als 20.000 Schaulustige teilnahmen, oblag dem Dittersbacher Amts-Landrichter Höppner.

Als der Frankenberger Friedhof geschlossen wurde, mussten sich beide Orte eigene Friedhöfe anlegen. Es wurden auch zwei Kapellen gebaut, von denen die Neudörfchener durch ihre Bauweise hervortritt. Sie hat eine noch läutbare Glocke und verfügte früher über eine Turmuhr, die sogar die Viertelstunden schlug. Ihre Turmspitze trug ein goldenes Kreuz. Durch den Bau der Zweigeisenbahn Niederwiesa–Hainichen (später bis Roßwein verlängert) erhielt Dittersbach Anschluss an die Hauptstrecke Dresden–Chemnitz.

Da vor allem im Ortsteil Neudörfchen viel Lehmboden vorhanden ist, gab es zeitweise sogar vier Ziegeleien im Ort. Die letzte arbeitete bis 1959. Zwischen 1921 und 1933 wurden die Häuser der Siedlung an der B 169 erbaut, die bis zur Errichtung des Sachsenparkes das größte geschlossene neugebaute Wohngebiet des Ortes darstellte. Die in der zweiten Hälfte der 30er Jahre errichtete Autobahn schneidet die Gemarkung Neudörfchen im westlichen Teil.

Im Jahre 1934 wurden die beiden Orte Dittersbach und Neudörfchen vereint und tragen seitdem gemeinsam den Namen Dittersbach, welches nun durch seine Eingemeindung im Jahre 1995 ein Ortsteil von Frankenberg geworden ist.